GESAMTVERZEICHNIS 2003 - 2017

  • 2017

    ZUM SEITENANFANG

    • In 2017 werden Dr. Klaus Schuback und Fabian Klose für die Stiftung nach Zanskar reisen mehr...
    • Dr. Marianne Prien wird mit Ihrem Dental Camp 2017 wieder in Zanskar erwartet mehr...

    2016

    ZUM SEITENANFANG

    • Tätigkeitsbericht der Stiftung 2016 mehr...
    • Vorweihnachtliches Treffen ehemaliger Mitarbeiter des Athenstaedt Unternehmens mehr...
    • REISEBERICHT – Vom 13. Juli bis 13. August 2016 besuchten Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch das Schulprojekt in Zanskar, um Stiftungsaufgaben wahrzunehmen mehr...
    • REISEBERICHT – Herbert Brüdt besuchte im September 2016 die SECPAD Schule mehr...
    • REISEBERICHT – Das Lehrerehepaar Matthias und Kirsten Pieper berichten von Ihrem Besuch in Zanskar mehr...
    • Aktuelle Informationen für Pateneltern und Spender mehr...

    2015

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – In der Zeit vom 13. August bis 11. September 2015 besuchten Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch das Schulprojekt in Zanskar, um die Stiftungsaufgaben wahrzunehmen mehr...
    • REISEBERICHT – Dr. Marianne Prien - Team, 2. "Dental Camp", Zanskar, SECPADS-School. Bericht zur Reise 2015 mehr...
    • REISEBERICHT – Reise Herbert Brüdt im September 2015 mehr...
    • Stiftungssitzung am 10. Mai 2015 und Erweiterung des Vorstands durch Herrn Dr. Schuback mehr...
    • Viele besorgte Anfragen zu dem Erdbeben in Nepal mehr...
    • Seit dem 16. März 2015 unterrichten zwölf Lehrer 140 Schüler mehr...
    • Nach den Winterferien erreichte uns am 1. April 2015 der erste Monatsbericht des Direktors H. R. Sharma mehr...

    2014

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Fabian Klose reiste vom 20. Juli bis 13. August 2014 nach Zanskar und besuchte die SECPADS School mehr...
    • Zur gleichen Zeit versorgte das Team um Zahnärztin Dr. Marianne Prien aus Hannover mehr als 400 Patienten in Schule und Region mehr...
    • Vocational-Training-Center arbeitet selbständig mehr...
    • Langjähriger Freund von Marianne Athenstaedt und der Stiftung Skarma Rinchen aus Leh erstmals zu Gast in Deutschland mehr...
    • Am 8. November 2014 traf sich die Athenstaedt-Stiftung zu ihrer jährlichen Versammlung mehr...
    • Dank an Friedegund und Steffen Zschunke für 14 Jahre Stiftungsarbeit mehr...
    • Der Monatsbericht des Direktors H. R. Sharma erreichte uns am 7. November 2014 aus Zanskar mehr...

    2013

    ZUM SEITENANFANG

    • Rückblick 2012/2013 und Vorausschau 2014 in der Jahresversammlung November 2013 mehr...
    • Alle Schüler der 8. Klassen haben ihre Prüfungen gut bestanden mehr...
    • Helene Bergers Ausbildungszentrum nun bei der Athenstaedt-Stiftung in guten Händen mehr...
    • REISEBERICHT – Evelyn Reuter und Uta Pursche reisten vom 3. Juli bis 8. August 2013 nach Zanskar mehr...

    2012

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Pateneltern berichten aus erster Hand mehr...
    • REISEBERICHT – Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch von Juli bis September in Zanskar mehr...
    • Treffen mit dem Dalai Lama am 31. Juli 2012 in Padum mehr...
    • Zusammenarbeit mit Helene Bergers Projekt des Ausbildungszentrums nahe der Schule mehr...
    • Aus dem Fotoprojekt an der Schule wurde eine Fotoausstellung in Leh mehr...
    • REISEBERICHT – Hildegard und Karlheinz Kaminski diesmal auf privaten Wegen unterwegs in Zanskar mehr...
    • Bericht von Schuldirektor Mr. Sharma, April 2012 mehr...

    2011

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Am 5. Juli 2011 starteten Hildegard und Karlheinz Kaminski ihre Reise nach Zanskar mehr...
    • Bremen: Großzügige Spende der Bremer Philharmoniker für das Schulprojekt mehr...
    • Darmstadt: Bei der 7. Weitsicht in Darmstadt war die Stiftung wieder vertreten mehr...
    • Zanskar: Unter der Leitung des neuen Schuldirektors Qualitätssprünge in der Methodik des Unterrichts mehr...

    2010

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Reiseberichte von Hildegard und Karlheinz Kaminski, 2010 mehr...
    • Fünf neue Lehrerinnen und Lehrer an der Schule mehr...
    • Mit 181 Schülerinnen und Schülern die Kapazitätsgrenzen der Schule erreicht mehr...
    • Neu: der Freitags- und Handarbeitsunterricht mehr...
    • Abends konstante Lichtverhältnisse mehr...

    2009

    ZUM SEITENANFANG

    • Tätigkeitsbericht der Stiftung steht als Download auf der Webseite zur Verfügung mehr...
    • Hansraj Sharma leitet jetzt die SECPADS-School mehr...
    • REISEBERICHT – Neuer Chic auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern mehr...
    • REISEBERICHT – Premiere, der Schularzt kam aus Deutschland mehr...
    • REISEBERICHT – Theater in der Schule mehr...
    • High-Tech auf dem Schuldach mehr...
    • Weitsicht-Festival in Frankfurt mehr...
    • 10 Jahre Athenstaedt-Treffen mehr...
    • Hildegard und Karlheinz Kaminski und Uta Pursche in den Reihen der Stiftung mehr...
    • Wollen Sie unsere Schule besuchen und Ihr Patenkind treffen? mehr...

    2008

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Neues Guest-House der SECPADS-School wurde im Juni 2008 im Beisein von Evelyn Reuter und Uta Pursche übergeben mehr...
    • Auch in diesem Jahr unterrichtete das Lehrerehepaar Hildegard und Karlheinz Kaminski wieder mehr...
    • Derzeit lernen 133 Schüler in unserer Schule mehr...

    2007

    ZUM SEITENANFANG

    • Aktuelles im Dezember 2007 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2007 mehr...
    • Aktuelles im März 2007 mehr...
    • Bericht über die Präsentation der Stiftung auf dem 3. Weitsicht-Festival in Darmstadt im Februar 2007 mehr...

    2003 - 2006

    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2006 mehr...
    • Bericht über die Präsentation der Stiftung auf dem 14. Weitsicht-Festival im November 2006 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2005 mehr...
    • Bericht über die Präsentation der Stiftung auf dem 13. Weitsicht-Festival im November 2005 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2004 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2003 mehr...


REISEBERICHT

Bericht über die Reise nach Ladakh und Zanskar 2006

von Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch


Leh, 01.08.2006. Wir verlassen die quirlige Hauptstadt von Ladakh, nachdem wir uns einige Tage an die 3.500 m Höhe gewöhnt haben, in westlicher Richtung. Mit dem Jeep und einem guten Fahrer, mit Stanzin Wangchuk und seiner Schwester Stanzin Dolma, die eine ärztliche Behandlung haben musste samt Töchterchen Diskit, geht es auf der Militärstraße rechtsuferig den Indus entlang. Wir haben diesmal 3 Tagesetappen eingeplant, um einige Sehenswürdigkeiten besuchen zu können. Nach 65 Kilometern machen wir bei Nimu den ersten Halt. Hier mündet der größere, klare, türkisfarbene Zanskar- Fluß vom Süden kommend in den mineralisch braungefärbten Indus. Die beiden Farben sind eine Zeit lang scharf abgegrenzt, bis sie zu einer homogenen Flüssigkeit werden.

Ein Stück weiter überqueren wir bei Saspol den Indus und stehen nach einer kurzen Fahrt in eine Hochebene, vor der berühmten Klosteranlage von Alchi. Das Kloster wurde vor 1000 Jahren von dem Mönch Rinchen Zangpo gegründet und beherbergt in verschiedenen Tempeln neben herrlichen Skulpturen die kostbarsten Wandmalereien, die in ihrer feinstrukturierten Weise mit großer Liebe zum Detail in ganz Westtibet einmalig sind. Sie zeigen anschaulich Darstellungen der buddhistischen Erlösungslehre.

Beeindruckt von den Kunstwerken verlassen wir Alchi, den Aprikosenhain mit seinen Tempeln, überqueren wieder den Indus der sich bald in Richtung Pakistan wendet und besuchen das Großkloster Lamayuru. Es liegt in einer faszinierend bizarren mondartigen Erosionslandschaft. Der große indische Yogi Naropa kam im 11. Jahrhunder hierher, um in einer Höhle zu meditieren. Rinchen Zangpo hat dann wie in Alchi den Ausbau zum tibetisch-buddhistischen Kloster veranlasst. Es liegt 124 km westlich von Leh in 3.800 m Höhe auf einem Bergrücken und beherbergt eine Fülle von Kunstschätzen. Die ausgedehnte Besichtigung der Klosteranlage vermittelt uns einen guten Eindruck von dieser Wirkungsstätte des Rotmützenordens.

Weiter geht es über die beiden Pässe Fotu La (4.094 m) und Namika La (3.719 m), vorbei an dem „Himmelspfeil“ dem Namika, dessen Spitze eindrucksvoll die „Wolken kratzt“, nach Mulbekh im Wakha-Tal. Wir übernachten nach 12 Stunden Fahrt.

Am nächsten Morgen besichtigen wir das Wahrzeichen von Mulbekh, die eindrucksvolle, 7 m hohe Felsskulptur des Maitreya. Er ist der Buddha des kommenden Weltzeitalters. Dieses monumentale Relief, vermutlich aus dem 7. Jahrhundert, befindet sich an einem gewaltigen Solitärfelsen als Halbplastik, bekannt als „Chamba-Statue“. Der Buddha steht auf einem Lotussockel und ist wie ein indischer Prinz reich mit Schmuck und Girlanden geschmückt. Ein kleiner Andachtsraum beinhaltet eine wunderschöne Statue des Avalokiteshvara, Bodhisattva der Verkörperung von Mitleid, Güte und Barmherzigkeit. Er ist der Schutzpatron Tibets.

Mit dem Verlassen von Mulbekh überschreiten wir die Religionsgrenze vom buddhistischen in den vorwiegend moslemischen Landesteil im Westen von Ladakh und kommen in Kargil ganz nahe an die pakistanische Grenze. Hier beginnt die steinige, von Schlaglöchern übersäte Naturpiste, die zunächst dem Suru entlang nach Süden führt. Bei Skihmartse, vor dem Ort Sanku finden wir im Gebüsch versteckt, einen Felsblock mit eingeritzten figürlichen Darstellungen, einen Buddha, ein Pferd und einen Chörten (Stupa). Für eine moslemische Familie, die in der Nähe wohnt, ist unser Besuch ein willkommenes Ereignis.

Ein Stück weiter biegen wir von Sanku in eine gleichsam abenteuerliche Piste ein und erreichen nach 5 Kilometern Kartse- Khar im Kartse-Tal. Dort ist, nach einer kleinen Wanderung und kaum besucht, eine weitere, 7m hohe Maitreya-Buddha-Darstellung als Skulptur in einer Felswand zu sehen. Sie ist ebenso schön, wie die in Mulbekh und soll aus dem 7. – 8. Jahrhundert stammen. Das Tal wird von einer alten Festung beherrscht.

Zurück in Sanku geht es weiter, immer den Suru flußaufwärts entlang nach Süden. Am südlichsten Punkt bei Tongul hoffen wir freie Sicht auf die riesigen Berge Nun (7.135m) und Kun (7.087 m) zu haben aber wie häufig, sind die Gipfel von Wolken eingehüllt und lassen nur kurzzeitig ihre eisbedeckten Spitzen sehen. Bei Parkachik wendet sich die Piste nach Osten.

Hier treffen wir auf den großen Parkachik-Gletscher, der aus der Region der beiden Berge Nun und Kun herunterfließt und sein Wasser dem Suru übergibt. Die Straße steigt nun permanent an und wir kommen in die Hochebene von Rangdum. Bei Yüldo erreichen wir die Religionsgrenze und sind wieder auf buddhistischem Gebiet. Das Kloster Rangdum ist bereits auf große Entfernung zu sehen, denn es erhebt sich auf einem Hügel inmitten des flachen, weitläufigen Tales.

Wir sind froh, ein Dach über den Kopf zu bekommen, es regnet, das Zimmer hat kaputte Fenster, es zieht, es ist kalt, die Höhe beträgt etwa 3.900 m und die Luft ist dünn -trotzdem - wir schlafen angenehm geschützt in unseren Schlafsäcken.

Am Morgen widmen wir uns der reichhaltigen Flora, die den Talboden besiedelt, insbesondere bewundern wir die Mengen von Edelweiß, die sich großflächig ausbreiten und fahren zur Rangdum-Gompa. Das ist das Hauptkloster des Gelbmützenordens in Zanskar. Eine ausgedehnte Besichtigung des Klosters folgt. Der Mönch Phunchok Angchuk ist gerne bereit, unsere Fragen zu beantworten und wir können nach herzenslust die wunderschönen Fresken und Statuen fotografieren.

Es ist bereits Mittag und höchste Zeit aufzubrechen, denn wir haben noch eine lange Fahrt vor uns. Zunächst führt die Piste auf den 4.400 m hohen Pensi-Paß auf dessen oberstem Punkt sich eine Steinpyramide, ein Lhadho, befindet. Hier werden Geister und Schutzgötter der Berge verehrt. Wir befestigen daran die für diesen Ort mitgebrachte Gebetsfahne. Das Tor nach Zanskar:. Unter uns liegt das weite Tal mit der Zanskar-Kette links und der Zentral-Himalaya-Kette auf der rechten Seite.

Die Straße windet sich in zahlreichen Serpentinen nach unten, gesäumt von einer Vielzahl Blumen, darunter auch die Arzneipflanze Ephedra, bis sich der grandiose Blick auf den gewaltigen Darung-Drung-Gletscher öffnet. Aus seinem Gletschertor strömt das Wasser, das den Stod oder Doda bildet und dem wir bis zu seiner Vereinigung mit dem Lingti oder Tsarap zum Zanskar-River bei Padum folgen.

Aufenthalt in Phey: Dolma und Töchterchen Diskit freuen sich wieder bei Dorje Angchuk, Ehemann und Vater zu sein und wir fahren im Regen weiter, erreichen die Piste, die in Serpentinen in die Höhe führt und in der Dunkelheit das Anwesen von Sonam Namgyal und seiner Frau Tsewang Putit. Wir sind am Ziel. Von Beiden werden wir herzlich empfangen und von Hildegard und Karlheinz Kaminski aus Langen, die sich bereits seit dem 2. Juni hier aufhalten und seit dieser Zeit in der Schule Mathematik und Naturwissenschaften unterrichten. Reden, Tee, Abendessen, der 3. August geht zu Ende, es regnet die ganze Nacht ergiebig.

Am Morgen erfahren wir von einem tragischen Unglück in dem Ort Teza unter uns. Aufgrund des Regens haben die Mauern eines Hauses nachgegeben, wodurch das Deckengebälk einstürzte und 2 Kinder darunter begrub. Sie konnten bedauerlicher Weise nicht gerettet werden. Die große Sorge der Bevölkerung gilt bei Regen immer den Stellen im Haus, die Wasser durchlassen, denn die Mauern bestehen überwiegend aus Ziegeln, die nur luftgetrocknet sind und Feuchtigkeit weicht sie auf.

P.Kongma, „highest place“, der uralte Berghof von Sonam Namgyal liegt etwa 3.900 m hoch über dem Tal von Padum in das drei Täler münden. Der kleine Ort Padum ist etwa 15 km entfernt und ist die „Hauptstadt“ von Zanskar. Man kann die Häuser erahnen, wenn man den Blick über die weite Hochebene nach Süden richtet. Hier fließen die beiden Flüsse Doda und Lingti zusammen und bilden den Zanskar, umgeben von einer 6000 m hohen, schneebedeckten Bergwelt. Zanskar ist nur in der Zeit von etwa Juni bis Oktober erreichbar, wenn die Pässe befahrbar sind. Der Winter mit zum Teil starkem Schneefall und Temperaturen bis -30 Grad Celsius dauert an die 7 -8 Monate. In dieser Zeit ist es nur möglich, in einer tagelangen, gefährlichen Wanderung auf dem zugefrorenen Zanskar-Fluß (der sogenannte Chader-Treck), zum Indus und nach Leh zu gelangen.

Die kleine Paldon bereitet das Frühstück aus schwarzem Tee, scrambled Eggs, Marmelade aus Bhutan und dünne Chapatis (Fladenbrote). Und immer steht das Nationalgetränk, der Buttertee bereit. Dann folgt Paldon zu Tserwang Putit aufs Feld, die bereits seit 6 Uhr früh draussen arbeitet und erntet.

Der junge Stanzin Jigmat ist zur Stelle. Er ist verantwortlich für die Buchhaltung der SECPAD Society (SECPAD = SOCIAL, EDUCATION, CULTURAL, PRESERVATION AND DEVELOPMENT SOCIETY, gegründet von K A Sonam Namgyal und „registered under the SOCIETIES REGISTRATION ACT, VI 1941“ am 29. März 1997, Nr. 2753-S-97.) und wir besprechen lange die Ausgaben 2005 und 2006 sowie die Dokumente, die wir als Nachweis für die bestimmungsgemässe Verwendung der zur Verfügung gestellten Spendengelder benötigen. Auch wird der Ablauf der offiziellen Seite unseres Aufenthaltes mehr oder weniger genau festgelegt.

Tags darauf, langes Gespräch mit Sonam Namgyal dem Präsidenten der SECPAD Society in P. Kongma. Er ist inzwischen Executive Councilor (Tourism) im LADAKH AUTONOMOUS HILL DEVELOPMENT COUNCIL – KARGIL. Er kümmert sich um alles, was die Bevölkerung von Zanskar betrifft, auch um Wiederaufforstungsprojekte oder akut um eine bedrohliche Heuschreckenplage, die zur Zeit das Land heimsucht. Seine Familie, die Namgyals, stellten etwa 400 Jahre lang die Könige von Ladakh und Zanskar, bis das Gebiet 1834 zu Indien kam.

Sonam Namgyal stammt von den Königen aus Zangla ab, wobei es nach einer Gebietsteilung dann auch einen König in Padum gab:
Er bezeichnete sich vor Jahren schon selbst als „Social Worker“, Die Bevölkerung jedoch, bringt ihm die Ehrerbietung seines Standes „KA“ –King Family- entgegen. Seine Augen glänzen, wenn er feststellt, daß nach dem Start der von ihm gegründeten SECPAD-Schule im Juni 1996, die Kinder beim Unterricht auf dem Boden im Freien sitzen mußten, manchmal durch eine Zeltplane geschützt. Und dann war auf einmal „Madam“, Marianne Athenstaedt, mit ihrer Hilfe da und heute haben die Kinder einen Schulbau und ein Internatsgebäude. „Eine unglaubliche und überaus glückliche Fügung für unsere Kinder. Die 3 Chörten über dem Eingang des Internatsgeländes sind ihr in Dankbarkeit gewidmet“.

Hildegard und Karlheinz Kaminski unterrichten fast jeden Tag mit Geduld und Hingebung die Kinder der Schule, die sie zu Fuß von P.Kongma in einer knappen halben Stunde erwandern.

Ein neuer Tag: Wir haben eine Audienz beim „King of Zangla“ Gyailses Nima Norbu. Mit dem Jeep geht’s erst nach Padum hinunter, kaufen Geschenke und fahren den Zanskar-Fluß entlang nach Norden, am Kloster Tongde vorbei nach Zangla. Der freundliche Sohn von Gyalses Nima Norbu, Jigmet, empfängt uns. Es ist gerade die Hochzeit eines Nachbarn im Gange. Allerdings wollen wir noch am Ende der Piste, Pidmo besuchen, von wo aus der Zanskar-Fluß seinen wilden Verlauf durch die Schluchten nimmt. In der Nacht hat es stark geregnet- wir wollen sehen, wie weit wir kommen. Prompt versinken wir mit dem Jeep im Schlamm bis zum Bodenblech. Schieben, Schlamm wegräumen und Steine unterlegen helfen nicht. Weit unten am Zanskar gehen 8 Straßenarbeiter mit Schaufeln entlang. Es gelingt, sie zu Hilfe zu holen und bald ist das Fahrzeug unter fröhliche Palaver freigeschaufelt und herausgeschoben.

In Zangla ist die Hochzeit noch immer im Gange und nun werden wir von Jigmet in den Palast geführt. Die beiden Frauen des Vaters empfangen uns sehr herzlich, durch einen finsteren Treppenaufgang geht es in den Innenhof, von da über eine Leiter in die nächste Etage und in die „heiligen Räume“. Nima Norbu begrüßt uns sehr herzlich und es entwiokelt sich eine fröhliche Unterhalung bei Tee, Keksen und Chang, dem alkoholischen Gerstengebräu, das neben Buttertee als zweites Nationalgetränk äußerst beliebt ist. Da wir uns schon von früher kennen, gibt es genug Gesprächsstoff. Natürlich auch unseren Eintrag in sein Gästebuch.

8.August. Heute ist großer Besprechungstag im „Konferenzraum“ des Hostels, im ersten Stock. von den 10 Mitgliedern des SECPAD-Komitees sind Anwesend die Herren:

Sonam Namgyal, President
Halzang Angdus, Vice President
Stanba Gyaltsen, Chief Organicer
Konchok Stanzin, Construction Supervisor
Stanzin Jigmat, Accountant

Wir besprechen ausgiebig „Receipt und Expenditures 2005“ und stellen fest, daß die von der Reinhard und Marianne Athenstaedt-Stiftung zur Verfügung gestellten Spendengelder entsprechend den geplanten Ausgaben verwendet worden sind. Die Originalbelege wie Rechnungen, Quittungen und Buchungsunterlagen wurden vorgelegt und die Überprüfung erfolgreich abgeschlossen.

Die anschließenden Planungen für 2006/2007 beinhalten über die Deckung der Schul-und Hostelkosten hinaus, den Kauf von neuen Schulbücher-Sätzen für alle Klassen. Dazu haben dankenswerter Weise die Pateneltern einen zusätzlichen Betrag bereit gestellt. Von Hildegard und Karlheinz Kaminski werden naturwissenschaftliche Bücher gespendet, die sie in Delhi besorgen und ein Raum der Schule wird als Bibliothek ausgebaut und ausgestattet.

Ein sehr fruchtbarer Arbeitstag geht zu Ende.

Den folgenden Tag verbringen wir in Sani, einem Ort der nordwestlich von Padum liegt. Das Kloster mit einem uralten heiligen Chörten innerhalb der Mauern, ist eine der legendenumwobensten Stätten im Westhimalaya und man sagt, daß der Buddhismus in Zanskar von hier seinen Ausgang genommen hat. Wir besuchen das jährliche Klosterfest und verfolgen die rituellen Maskentänze der Mönche.




Donnerstag, 10.08.2006. Die Vorbereitungen für den großen Tag unseres offiziellen Empfangs in der Schule wurden in den zurückliegenden Tagen bewältigt und so werden wir von allen Kindern, von den Eltern und dem SECPAD-Komitee ins Internat gebeten. Dort warten vor der Tür des fertiggestellten Gebetsraumes im ersten Stock die Mönche von Karsha und der zweite Head-Lama Geshey Lobzang Khestup. Ich übergebe nach dem Durchschneiden des Bandes den Raum seiner Bestimmung. Glückbringende Reiskörner und Mantras segnen diese Stätte und die Menschen, die sich darin aufhalten werden. Vor der Stirnwand des Raumes mit den Fächern für heilige Bücher ist ein Altar aufgebaut. Ich entzünde Butterlampen und die Mönche halten eine ergreifende Andacht für Marianne Athenstaedt.

Daran Anschließend folgt die unumgängliche Speech-Time. Es reden nacheinander vor allen Kindern der Schule, den Eltern, dem SECPAD-Komitee Sonam Namgyal, Geshey Lobzang Khestup, F. Nitsch, Karlheinz Kaminski, danach Worte des Dankes an die Freunde der Stiftung von Sonam Namgyal, Halzang Angdus Vice President und Nawang Thardot, der Schuldirektor.

Anmutig tanzen die Mädchen aus der 8. Klasse. Danach präsentiert der Bürgermeisters von Yulsum, Tashi Namgyal, einen humorvollen Solotanz, musikalisch begleitet von Trommel (Dammadam) und der üblichen Oboe. Zum Abschluß übergeben wir jedem Kind Schreibutensilien.

Der Besuch der Schule ist der nächste Programmpunkt. Hier übergeben wir gleich einmal den entsprechenden Kindern die Briefe von ihren Pateneltern und gleich danach besuchen wir alle Klassen. Und das dehnt sich bis Schulschluß aus, denn es gibt eine Menge zu fragen und zu antworten.

Freitag, 11.08.: Wir sind am Morgen wieder im Hostel,. Die Kinder sind aufgeregt. Heute wird Brigitte Workshops abhalten, um den Kindern klassische, europäische Musik und die verwendeten Instrumente vorzustellen. Wir haben ein Poster der Bremer Philharmoniker mitgebracht, Olga Bada–Letzner vom Orchester, hat uns dankenswerter Weise Bilderbücher zur Demonstration und ein batteriebetriebenes Kassettengerät samt Tonträger mitgegeben und so kann nunmehr Brigitte, tatkräftig unterstützt von Hildegard und den Lehrern, den Kindern die fremden Klänge nahe bringen. Great!

Die nächsten Tage werden mit der kompletten Übergabe der Dokumente, mit Einladungen (eine Hochzeitsfeier ist darunter) und weiteren Schulbesuchen ausgefüllt, aber auch mit vielen Gesprächen. Ein Hauptthema ist eine ungeheure Wanderheuschreckenplage, die das Tal zur Zeit heimsucht. Das flügfähige Stadium dieser Tiere verdunkelt manchmal in Schwärmen die Sonne. Sie schaffen es, in einem Tag ein Feld total leer zu fressen. Die Zanskaris sind unentwegt auf den Feldern um zu retten, was zu retten ist, aber die Verluste sind so riesig, daß nicht genug Vorräte für die lange Winterzeit angelegt werden können. Die indische Regierung muß eingreifen und unser Sonam Namgyal ist hier unglaublich gefordert, eine befriedigende Zuwendung für seine Landsleute zu erreichen.

15. August, der Independence-Day, der Unabhängiogkeitstag: Am 15.08.1947 entstehen aus Britisch-Indien die Staaten Indien und Pakistan. Dieser Tag wird in Padum ausgiebig gefeiert und läßt die Existenzsorgen für eine Weile vergessen. Auf dem großen Veranstaltungsplatz haben sich viele Menschen eingefunden um die zahlreichen Tanz-und Gesangsgruppen zu sehen. Auch unsere 8. Klasse ist dabei. Nachdem Sonam Namgyal Preise und Urkunden an Kinder übergeben hat, verliert sich die Menschenmenge, bildet überall Gruppen zum Plausch oder steuert eines der Lokale an. Wir finden unsere Schulkinder im „Kailash“. Nach dem Mittagessen, ein letzter Besuch der Schule mit unserem Freund Skarma Rinchen. Am Abend sehen wir zur Abschiedsfeier alle Freunde, es gibt Momo’s, Gemüse, Reis, Chapati, Tee und Chang. Sonam Namgyal verabschiedet sich, er muß mit Stanba Gyaltsen noch in der Nacht nach Phey und wir lassen den Abend ausklingen.

Morgengrauen, 5.30Uhr, 16. August. Der Jeep ist startbereit, wir nehmen Abschied von P. Kongma und unserer Familie. Putit wünscht uns mit kleinen Butterstückchen auf den Handrücken eine glückliche Reise und ist mit uns unendlich traurig.

Wir haben eine anstrengende Reise vor uns – die quirlige Stadt Leh wartet.