GESAMTVERZEICHNIS 2003 - 2017

  • 2017

    ZUM SEITENANFANG

    • In 2017 werden Dr. Klaus Schuback und Fabian Klose für die Stiftung nach Zanskar reisen mehr...
    • Dr. Marianne Prien wird mit Ihrem Dental Camp 2017 wieder in Zanskar erwartet mehr...

    2016

    ZUM SEITENANFANG

    • Tätigkeitsbericht der Stiftung 2016 mehr...
    • Vorweihnachtliches Treffen ehemaliger Mitarbeiter des Athenstaedt Unternehmens mehr...
    • REISEBERICHT – Vom 13. Juli bis 13. August 2016 besuchten Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch das Schulprojekt in Zanskar, um Stiftungsaufgaben wahrzunehmen mehr...
    • REISEBERICHT – Herbert Brüdt besuchte im September 2016 die SECPAD Schule mehr...
    • REISEBERICHT – Das Lehrerehepaar Matthias und Kirsten Pieper berichten von Ihrem Besuch in Zanskar mehr...
    • Aktuelle Informationen für Pateneltern und Spender mehr...

    2015

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – In der Zeit vom 13. August bis 11. September 2015 besuchten Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch das Schulprojekt in Zanskar, um die Stiftungsaufgaben wahrzunehmen mehr...
    • REISEBERICHT – Dr. Marianne Prien - Team, 2. "Dental Camp", Zanskar, SECPADS-School. Bericht zur Reise 2015 mehr...
    • REISEBERICHT – Reise Herbert Brüdt im September 2015 mehr...
    • Stiftungssitzung am 10. Mai 2015 und Erweiterung des Vorstands durch Herrn Dr. Schuback mehr...
    • Viele besorgte Anfragen zu dem Erdbeben in Nepal mehr...
    • Seit dem 16. März 2015 unterrichten zwölf Lehrer 140 Schüler mehr...
    • Nach den Winterferien erreichte uns am 1. April 2015 der erste Monatsbericht des Direktors H. R. Sharma mehr...

    2014

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Fabian Klose reiste vom 20. Juli bis 13. August 2014 nach Zanskar und besuchte die SECPADS School mehr...
    • Zur gleichen Zeit versorgte das Team um Zahnärztin Dr. Marianne Prien aus Hannover mehr als 400 Patienten in Schule und Region mehr...
    • Vocational-Training-Center arbeitet selbständig mehr...
    • Langjähriger Freund von Marianne Athenstaedt und der Stiftung Skarma Rinchen aus Leh erstmals zu Gast in Deutschland mehr...
    • Am 8. November 2014 traf sich die Athenstaedt-Stiftung zu ihrer jährlichen Versammlung mehr...
    • Dank an Friedegund und Steffen Zschunke für 14 Jahre Stiftungsarbeit mehr...
    • Der Monatsbericht des Direktors H. R. Sharma erreichte uns am 7. November 2014 aus Zanskar mehr...

    2013

    ZUM SEITENANFANG

    • Rückblick 2012/2013 und Vorausschau 2014 in der Jahresversammlung November 2013 mehr...
    • Alle Schüler der 8. Klassen haben ihre Prüfungen gut bestanden mehr...
    • Helene Bergers Ausbildungszentrum nun bei der Athenstaedt-Stiftung in guten Händen mehr...
    • REISEBERICHT – Evelyn Reuter und Uta Pursche reisten vom 3. Juli bis 8. August 2013 nach Zanskar mehr...

    2012

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Pateneltern berichten aus erster Hand mehr...
    • REISEBERICHT – Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch von Juli bis September in Zanskar mehr...
    • Treffen mit dem Dalai Lama am 31. Juli 2012 in Padum mehr...
    • Zusammenarbeit mit Helene Bergers Projekt des Ausbildungszentrums nahe der Schule mehr...
    • Aus dem Fotoprojekt an der Schule wurde eine Fotoausstellung in Leh mehr...
    • REISEBERICHT – Hildegard und Karlheinz Kaminski diesmal auf privaten Wegen unterwegs in Zanskar mehr...
    • Bericht von Schuldirektor Mr. Sharma, April 2012 mehr...

    2011

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Am 5. Juli 2011 starteten Hildegard und Karlheinz Kaminski ihre Reise nach Zanskar mehr...
    • Bremen: Großzügige Spende der Bremer Philharmoniker für das Schulprojekt mehr...
    • Darmstadt: Bei der 7. Weitsicht in Darmstadt war die Stiftung wieder vertreten mehr...
    • Zanskar: Unter der Leitung des neuen Schuldirektors Qualitätssprünge in der Methodik des Unterrichts mehr...

    2010

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Reiseberichte von Hildegard und Karlheinz Kaminski, 2010 mehr...
    • Fünf neue Lehrerinnen und Lehrer an der Schule mehr...
    • Mit 181 Schülerinnen und Schülern die Kapazitätsgrenzen der Schule erreicht mehr...
    • Neu: der Freitags- und Handarbeitsunterricht mehr...
    • Abends konstante Lichtverhältnisse mehr...

    2009

    ZUM SEITENANFANG

    • Tätigkeitsbericht der Stiftung steht als Download auf der Webseite zur Verfügung mehr...
    • Hansraj Sharma leitet jetzt die SECPADS-School mehr...
    • REISEBERICHT – Neuer Chic auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern mehr...
    • REISEBERICHT – Premiere, der Schularzt kam aus Deutschland mehr...
    • REISEBERICHT – Theater in der Schule mehr...
    • High-Tech auf dem Schuldach mehr...
    • Weitsicht-Festival in Frankfurt mehr...
    • 10 Jahre Athenstaedt-Treffen mehr...
    • Hildegard und Karlheinz Kaminski und Uta Pursche in den Reihen der Stiftung mehr...
    • Wollen Sie unsere Schule besuchen und Ihr Patenkind treffen? mehr...

    2008

    ZUM SEITENANFANG

    • REISEBERICHT – Neues Guest-House der SECPADS-School wurde im Juni 2008 im Beisein von Evelyn Reuter und Uta Pursche übergeben mehr...
    • Auch in diesem Jahr unterrichtete das Lehrerehepaar Hildegard und Karlheinz Kaminski wieder mehr...
    • Derzeit lernen 133 Schüler in unserer Schule mehr...

    2007

    ZUM SEITENANFANG

    • Aktuelles im Dezember 2007 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2007 mehr...
    • Aktuelles im März 2007 mehr...
    • Bericht über die Präsentation der Stiftung auf dem 3. Weitsicht-Festival in Darmstadt im Februar 2007 mehr...

    2003 - 2006

    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2006 mehr...
    • Bericht über die Präsentation der Stiftung auf dem 14. Weitsicht-Festival im November 2006 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2005 mehr...
    • Bericht über die Präsentation der Stiftung auf dem 13. Weitsicht-Festival im November 2005 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2004 mehr...
    • REISEBERICHT – Bericht über den Besuch der SECPAD-School 2003 mehr...


REISEBERICHT

Schulprojekt in Zanskar - Reisebericht 2009

von Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch


Die Mitglieder des Gremiums der Athenstaedt-Stiftung haben es bisher jedes Jahr möglich gemacht, die Tradition der Stifterin Marianne Athenstaedt fortzusetzen, das Schulprojekt im ehemaligen Königreich Zanskar zu besuchen. Der Zweck unserer zum Teil anstrengender Reisen war immer geprägt durch die persönliche Betreuung des Projekts, verbunden mit der Erstellung von Budgets, mit Verwaltungsaufgaben und Dokumentation der zweckgebundenen Verwendung aller finanziellen Mittel aus Deutschland. Nicht zuletzt aber treffen sich die ausgeprägten Wünsche der indischen Freunde nach persönlicher Beziehung auch genau mit unseren Vorstellungen. Dies ist die Basis der jahrelangen harmonischen Zusammenarbeit für das Projekt. Das Ergebnis ist eine Schule mit anerkanntem Niveau. Einen wesentlichen Anteil daran haben unsere Beiratsmitglieder Hildegard und Karlheinz Kaminski, die schon seit vielen Jahren aufopfernde Lehrtätigkeit in der Schule ausüben.

Unsere Reise führte uns diesmal nicht auf direktem Weg „in die Berge“ sondern erst einmal nach Kolkata. Dort ist seit einigen Jahren Sonam Dorjay, einer unserer innigsten Freunde, als „Officer J&K Tourism“ tätig. Wir haben ihn seit seiner Versetzung von Delhi nach Kolkata leider nicht mehr treffen können. Sonam Dorjay hat großen Anteil an der Umsetzung des Stiftungsinhalts, nimmt Aufgaben wahr und ist uns auf das Herzlichste verbunden.

Kolkata, Temperatur 35 Grad, Luftfeuchtigkeit nahezu 100 %, Menschen, Menschen, Menschen … Lärm, unglaublicher Verkehr, unzählige Rikshas dazwischen, Luftverschmutzung, Geruch einer indischen Megastadt (13 Mio Einwohner), West Bengalen, am Ganges-Mündungsarm Hoogly.

Sonam Dorjay wohnt in Salt Lake City, in der Neustadt, mit seiner hübschen Frau Kunzes Angmo und den 3 Kindern Jigmet Angmo, Jigmet Angchuk und Sonam Angmo. Wir wurden ganz selbstverständlich als Familienmitglieder aufgenommen. Unsere Versuche, sie zum Essen einzuladen scheiterten kläglich. Vielmehr bereitet es ihnen die größte Freude, gemeinsam für uns zu kochen. Bei der Zubereitung von Momo’s begleiteten wir sie mit der Kamera.

In den 3 Tagen unseres Aufenthalts konnten wir mit Sonam viele Fragen behandeln, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben und deren Behandlung sachkundiger Unterstützung bedarf. Darüber hinaus blieb aber auch Zeit, Sehenswürdigkeiten der Stadt aufzusuchen: Das Indian Museum, für das zu wenig Geld zur Verfügung steht und das seine unzähligen Exponate dem Staub und der Feuchtigkeit durch kaputte Fenster ausgesetzt sehen muß, das Victoria Memorial mit dem Bronze-Denkmal der Königin Victoria (Indien wurde 1877 unter ihr zum Kaiserreich proklamiert), der Marmor-Palast des Raja Rajendra Mullik (1835) mit kostbaren Sehenswürdigkeiten aus aller Welt, die St. Pauls’s Cathedral an der JL Nehru Road und die stille Oase in der 54A, A.J.Chandra Bose Road, das Mother House der Mutter Theresa.

17. Juli, 7.15 Uhr, Flughafen Leh. Kaum waren wir nach H1N1 („Swine Flu“) Influenza-Formalitäten in der Halle angekommen, eilte bereits unser Freund Skarma Rinchen auf uns zu, Wiedersehensfreude, danach Stanzin Wangchuk, der ältere Sohn von Sonam Namgyal und wieder ein Sonam Dorjay, Gründer und Präsident der Lamstan Model Public School, Disket Tsal Housing Colony, Leh. Schnell fuhren wir in die Stadt hinauf und bezogen unser Zimmer in Dorje Tsering’s und Dolma’s Jigmet-Guest-House, unserem traditionellen Domizil, froh, uns mit den mitgebrachten Auswirkungen einer heftigen Diarrhoe zurückziehen zu können.

Einige Tage in Leh waren nötig um uns einigermaßen zu kurieren und um uns an die 3.500 m Höhenlage zu gewöhnen. In dieser Zeit konnten wir zusammen mit Skarma das Kloster Thikse mit der wunderschönen Maitreya-Statue zu besuchen und das jährliche Fest im Kargyüpa-Kloster Phiyang mit besonders eindrucksvollen Maskentänzen. Im Programm hatten wir auch den Besuch der Lamstan School, die von Frau Dipl. Ing. Maria Beatrice Guidi aus Bremen unterstützt wird. Die kleine Schule mit etwa 30 reizenden Kindern hat uns sehr beeindruckt. Sie wird von Sonam Dorjay und den Lehrern Lobzang Dolma, Padma Zeses und Sonam Angchok betrieben und bemüht sich redlich um Unterstützung, damit die laufenden Kosten gedeckt werden können. Frau Guidi setzt sich sehr für die Schule ein und hat auch die Patenschaft für Tsering Norboo, einen kleinen Jungen, übernommen. Nur- die Sorgen um den weiteren Bestand sind groß und den nötigen Ausbau der Schule, wird Sonam Dorjay nur mit Unterstützung zusätzlicher Freunde bewältigen können.

Ein wichtiger Punkt unseres Aufenthaltes in Leh war der Großeinkauf von Schulbüchern und Schulmaterialien, die wir für unsere Schule in Zanskar mitzunehmen hatten. Aber auch viele kleine Geschenke mussten besorgt werden. Stanzin Wang-chuk kümmerte sich um die Schulkleidung, die wir für alle unsere SECPAD-Kinder in diesem Jahr vorgesehen hatten.

Herr Dr. Rommelfanger, HNO-Arzt aus Papenburg, traf mit seiner Frau im Jigmet-Guest-House ein. Es war vereinbart, während eines Zanskar -Aufenthalts in der Krankenstation und Winterschule Sani (Projekt des Fördervereins Sani-Zanskar e.V.), auch unsere Schule in Yulsum / Karsha zu besuchen, um die Kinder und Erwachsene auf HNO-Erkrankungen zu untersuchen.

Mit dem guten Gefühl den Aufgaben gerecht geworden zu sein, konnten wir die Reise mit dem Jeep nach Zanskar starten. Sonam Namgyal’s Schwiegersohn Stanzin Sandup war mit von der Partie, der Fahrer Ringzing saß am Steuer. Wir hatten drei Aufenthalte eingeplant und konnten sie wahrnehmen: Die Besichtigung des Klosters Basgo (Zar-Zung-Tempel mit einer eindrucksvollen, 4 m hohen Maitreya-Statue), das Kloster Tingmogang (tibet. gTing-sgang) das eine berühmte Marmor - Avalokiteshvara-Statue beherbergt und eine Felsformation mit einem etwa 6 m hohen Maitreya- Relief aus der späten Gupta-Zeit des 7. Jahrhunderts, etwa 25 km nördlich von Kargil. Solche Reliefs mit Darstellungen des Maitreya, dem Buddha des kommenden Weltzeitalters, sind auch in Mulbekh, Sankoo und Dras zu finden.

Die anstrengende Jeep-Reise durchs Land der hohen Pässe endete für uns in P. Kongma (Highest Point), dem Anwesen von Sonam Namgyal, auf einem Steilhang in 3.900 m Höhe. Sonam Namgyal und Tsewang Putit die „Hausherrin“ empfingen uns zusammen mit Hildegard und Karlheinz Kaminski, unserem unglaublich engagierten Lehrer-Ehepaar, das bereits vor einigen Tagen angekommen war. Unser Zimmer auf dem Dach des Hauses, das über eine Leiter zu erreichen ist, war schnell bezogen. Ein Blick ins Tal, in der Ferne die sogenannte Hauptstadt von Zanskar, Padum, die schneebedeckten Gipfel der Berge rundum- wir waren angekommen.




Unser erster Besuch in der Schule sollte so schnell wie möglich organisiert werden und so wurde von Sonam Namgyal der 27.07.2009 als Tag des Empfangs und der „Function“ festgelegt. Mit großer Freude erwarteten uns: Mr. Sonam Namgyal, President SECPADS, Mr. Halzang Angdus, Vice President SECPADS, Mr. Tundup Namgyal, General Sekretary SECPADS und Tourist Officer in Padum, Mr. Stanba Gyaltsen, Chief Organizer SECPADS, Mr. Stanzin Jikmat, Accountant SECPADS und unser neuer Principal Mr. Hansraj Sharma mit allen Lehrern, dem Schulpersonal, Nina, unsere Praktikantin, sowie Eltern und die Kinder der Schule. Als Veranstaltungsplatz wurde eine von der Regierung angelegte betonierte Fläche gewählt. Die Redner betonten ganz besonders ihre Dankbarkeit gegenüber den deutschen Freunden für die kontinuierliche Unterstützung und bekräftigten auch von ihrer Seite, dem Schulprojekt uneigennützig ihre Kraft zur Verfügung zu stellen. Es sprachen Mr. Tundup Namgyal, Mr.Sonam Namgyal und Mr. Sharma. Dieser ist seit Mai 2009 Schuldirektor und sprach von “seiner Schule“ und seinem Ziel, mit aller Kraft das Niveau deutlich anzuheben. Danach F. Nitsch-Vortrag, (Text steht gerne zur Verfügung) der von Mr. Tundup Namgyal übersetzt wurde. Anschließend erfolgte die Übergabe einer in Leh erworbenen Avalokiteshvara –Statuette, dem Schutzpatron Tibets, für den Altar des Hostel-Gebetsraumes als ganz persönliche Erinnerung an Brigitte Heitmeier und Franz Nitsch.

Der Ablauf dieser für uns vertrauten Veranstaltung, gewann wie immer den Charakter eines Festes durch Auftritte der Schulkinder mit traditionellen Tänzen zwischen den einzelnen Reden. Die Lehrerin Stanzin Palmo und die Schüler-/Innen hatten großen Erfolg mit den anmutigen Einstudierungen.

Da die Schulkleidung für alle Kinder eingetroffen war, übergaben wir diese symbolisch an ein Mädchen und einen Jungen: Hemd, Hose mit Gürtel, Schuhe, Schlips, Cap, zum Teil mit SECPAD-Logo versehen. Nur die Pullover waren noch nicht angekommen.

Danach übergaben wir die 3 Kartons mit Schulmaterialien, die wir von Leh mitgebracht hatten, wobei wir auch hier exemplarisch jeweils 10 Kinder mit einem Set beschenkten.

Trommeln und Schalmeien begleiteten uns hinauf ins Hostel. Nach dem „midday meal“ zelebrierten die 4 Mönche Falden Singe (Rinpoche), Lobzang Sherap, Lama Gyaltsen Talepa, und Stanzin Dorjay aus dem nahen Kloster Karsha, eine Puja. Wir gedachten den verstorbenen Marianne Athenstaedt und Dr. Burkhard Reuter.

Der sich anschließende Geländerundgang gestaltete sich sehr lebhaft. Verschiedene Ideen zu baulichen Maßnahmen und Investitionen wurden diskutiert. Das neue Gästehaus ist ein Schmuckstück geworden: Es enthält 2 Zimmer mit Bad, ein großer Flur mit Glasfront nach Süden wandelt die Sonnenenergie in kostbare Wärme um. Die Wasserversorgung erfolgt durch Behälter auf dem Dach.

Unser diesjähriges Großprojekt, die Installation einer Solaranlage auf dem Dach des Hostels, war bereits durch Vorarbeiten eingeleitet worden. Die 14 Solar-Module wurden, wie wir später erfahren haben, noch im August durch das indische Unternehmen Aurore Systems montiert, so daß damit die Versorgung des Hostels mit Solarstrom erreicht wurde. Endlich Warmwasser für die Kinder!

Die weiteren Tage waren mit Verwaltungsaufgaben belegt. Es galt, die Dokumentation für die vereinbarten Ausgaben der SECPADS zusammen zu stellen. Mr. Stanzin Jikmat, der Buchhalter der SECPADS, hatte die Nachweise über die Verwendung der zur Verfügung gestellten Mittel vorliegen, so daß wir die Original-Unterlagen für die Stiftungsbuchhaltung entgegen nehmen konnten.

Schulbesuche ergaben an verschiedenen Stellen Handlungsbedarf, zum Teil zur sofortigen Umsetzung: Der Ersatz der Tafeln in allen Klassenzimmern und das Anbringen von Sicherheitsgittern an den Fenstern nach Süden, damit diese Fenster geöffnet werden können, um Frischluft zu erhalten. Einige Schulbänke sind zu erneuern, sie werden in der Werkstatt gefertigt. Für Gäste sollen 2 neue Toiletten an die bereits vorhandenen Schülertoiletten angebaut werden.

Als großen Fortschritt ist eine von Hand zu bedienende Grundwasserpumpe auf dem Schulgelände zu betrachten, die etwa 40 m tief hinabreicht. Damit kann der unregelmäßigen Versorgung der Schule mit Schmelzwasser von den Bergen begegnet werden. An vielen Stellen des Landes kann man diese Pumpen neuerdings beobachten, die von der indischen Regierung den Menschen zur Verfügung gestellt wurden.

Eine Konferenz im Zimmer des Principals bot dem Lehrer-Kollegium die Gelegenheit, sich nach der Zukunft der Arbeitsplätze zu erkundigen und nach den Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise in Bezug auf die weiteren Möglichkeiten der Athenstaedt-Stiftung zu fragen. Insbesondere unser neuer Principal Mr. Hansraj Sharma zeigte großes Interesse. Er ist seit dem 15. Mai 2009 in der Schule tätig und sieht seine Aufgabe langfristig darin, mit Energie und mit der Hilfe der Lehrer für eine stetige Anhebung des Schul-Niveau’s zu sorgen. Die Zusicherung, daß durch die Unterstützung von Seiten der Athenstaedt-Stiftung die laufenden Ausgaben für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs gewährleistet sind und daß damit selbstverständlich das gesamte nötige Personal eingeschlossen ist, rief große Erleichterung hervor. Daß Mittel für Baumaßnahmen, Investitionen und Anschaffungen nach Verfügbarkeit bereitgestellt werden, war den Teilnehmern klar. Die diskutierten Wünsche und Ideen wurden später in einem 12-Punkte Memorandum festgehalten.

Die Schule verfügt über folgendes lehrendes Personal:

Mr. Hansraj Sharma, Principal
Mr. Nawang Thardot, Vice Principal
Mr. Tsering Wangail
Mr. Younten Topgail
Mr. Kelsang Tenpa
Mr. Ram Chowhan
Mr. Thukjay Zangpo
Mr. Tsering Norboo
Mr. Lobzang Tsepal
Mrs. Stanzin Palmo,
im Juli und August dankenswerter Weise unterstützt durch Hildegard und Karlheinz Kaminski aus Langen und durch die Praktikantin Nina Kossak aus Velbert, sowie die Helfer Tashi Namgail und Stanba Chombail.

Der Schülerbestand beträgt 153 Kinder, davon 85 Boys und 68 Girls.

Eine Einladung nach Sani zur Besichtigung der Krankenstation (Hospital Project) und Winterschule vom Förderverein Sani - Zanskar e.V. nahmen wir gerne an. Die junge Ärztin Katja Goebbels führte uns durch das in traditioneller Bauweise solide und ausgesprochen zweckmäßig als Krankenstation erstellte Gebäude. Herr Dr. Rommelfanger und seine Frau Eljo waren zugegen. Er hatte bereits praktiziert und Kinder sowie Erwachsene auf HNO-Krankheiten untersucht. Eine Woche später verlegte er seine Tätigkeit in unsere Schule in Yulsum / Karsha, assistiert von seiner Frau. Dieser selbstlose ärztliche Einsatz und die Tätigkeit der Augenärztin, Frau Dr. Hesse aus Darmstadt einige Zeit davor, brachten der Region wertvolle Hilfe. Dankbare Reaktionen kamen aus allen Teilen der Bevölkerung.

Inzwischen wurde die Schulkleidung für alle Schüler im Gästehaus des Hostels zur Übergabe vorbereitet. Große Aufregung, die Kinder erhielten die passenden Teile, nur für das Binden des Schlipsknotens brauchten sie häufig die Anleitung. Fröhlich und glücklich, aber auch stolz präsentierten sich die Kinder in ihrer neuen adretten Kleidung.

Die Gelegenheit zum großen Hostelrundgang wurde nochmals genützt, um Ausbaupläne des Hostel’s zu diskutieren, einen so genannten „Playground“ auf dem Gelände anzulegen und weitere Objekte im Bereich der Schule (z.B. eine ebenerdige Mid day meal-hall – Speisesaal- / Examination hall) vorzusehen. Eine Menge guter und sinnvoller Gedanken werden uns beschäftigen.

Nina hatte während unseres Rundganges mit Kindern an der Vollendung der Einstudierung eines Theaterstückes in Englisch gearbeitet und erntete nach der gelungenen Aufführung großen Beifall. Es war ihr Abschied von der Schule.

Einen spontanen Besuch des Klosters Karsha, dem sich Sonam Namgyal anschloss ist es zu verdanken, daß wir einen in Restaurierung befindlichen Teil der Anlage besichtigen konnten, in dem gerade ein hervorragender Wissenschaftler vom NRLCCP (National Research Laboratory for Conservation of Cultural Property, Lucknow) mit seinem Team tätig war: Durch den Verfall der Klostermauern im alten Teil, sind die jahrhunderte alten Wandfresken in höchste Gefahr geraten.

Der Konservator Atul Kumar Yadau war mit seinem Team beschäftigt, gewissenhaft die Fresken von den Wänden zu lösen. Dabei wird eine Kunststoff-Matte über die Wandmalerei gelegt und mit einem Silikon-Material fixiert. Dann wird der Putz mit dem Fresko abgelöst und das ganze Teil auf eine Matte gelegt, in selbst gezimmerten Holzkisten LKW-transportsicher verpackt und nach Lucknow auf den Weg gebracht. Dort werden die Wandbilder im Institut restauriert und konserviert.

Wir hatten das Glück, das Team am Vortag der Abreise kennen zu lernen und insbesondere den sympathischen, klugen und quirligen Mr. Atul Kumar zu erleben. Der Head Lama Lobzang Khestub empfing uns mit Kataks und lud uns alle zum Mittagsessen ein. Die ausgesprochen gesellige Runde entwickelte sich zum Restauratoren Fachgespräch und vertiefte den Einblick in die Arbeit der international tätigen Wissenschaftler aus Lucknow. Sie waren nachweislich in Rom, Mailand und Florenz tätig und hatten sogar den Auftrag eine Moschee auf den Malediven zu restaurieren.

Nach dem herzlichen Abschied in Karsha war noch Zeit um die Kinder und Lehrer unserer Schule zu besuchen, die in Yulsum auf dem freien Feld, in der nähe des Flusses, ihr Schul-Picknick abhielten. Ein fröhliches Fest, das die Kinder, die Lehrer, Hildegard und Karlheinz, aber auch wir sehr genossen.

Mittwoch der 5. August. Der letzte Tag unseres Aufenthalts war gekommen. Ein Besuch des Sani-Klosterfestes brachte uns die Gelegenheit, viele Freunde und Familienangehörige noch einmal zu sehen, bis sich der Tag neigte.

Ein feucht-fröhliches Abschiedsfest auf dem Anwesen P. Kongma in großer Runde war der Ausklang einer erfolgreichen und harmonischen Zusammenarbeit mit Freunden. Es wurde eine kurze Nacht, unser Jeep stand im Morgengrauen bereit.

Brigitte Heitmeier & Franz Nitsch,
im Oktober 2009